Freiwillige Feuerwehr Saulgrub
Retten - Bergen - Löschen - Schützen
Slideshow-Image
Slideshow-Image
Slideshow-Image
Slideshow-Image

Chronik (Stand: 2011)

Gründung

Im Jahr 1873 kaufte die Gemeinde Saulgrub, zu der auch die Ortsteile Altenau und Wurmansau gehörten, für Saulgrub eine eigene Feuerspritze. Zur Unterbringung der Spritze und der Gerätschaften wurde ein Jahr später ein Gerätehaus errichtet. Bemerkenswert ist noch, dass die alte Saulgruber Chronik im selben Jahr, 1874, eine Art Feuerwehr vermerkt. Im Jahr 1886 wurde dann die Freiwillige Feuerwehr Saulgrub aufgestellt und am 8.Mai.1887 offiziell gegründet, wovon noch einige Schriftstücke zeugen.
Zum Dienst an der Allgemeinheit hatten sich 36 Mann zusammengeschlossen. Die Aufnahme in den Bayerischen Landes-Feuerwehrverband ist noch durch eine Urkunde zu belegen.

Brand

In den folgenden Jahren wurde Ausrüstung und Uniformierung ergänzt, sowie viele Übungen abgehalten. Vor Ausbruch des 1.Weltkrieges 1914 beschaffte man noch eine fahrbare Schubleiter. Nach dem 1.Weltkrieg, der 6 Feuerwehrkameraden das Leben kostete, hatte die Saulgruber Wehr noch 40 aktive Mitglieder. In den wirtschaftlich schlechten 20iger Jahren musste man sich mit den vorhandenen Geräten begnügen. Als großen Brand vermerkt die Chronik den 12.August.1930. An diesem Tag brannten die Anwesen Nr.15 (Weberla), Nr.16 (Musi) und ein großer Stadel von Haus Nr.17 (Harrer) trotz Einsatz mehrerer Feuerwehren ab. Man muss sich vor Augen halten, dass die mit Pferden bespannten Spritzen lange Anfahrten hatten und die Geräte sowie die Wasserversorgung zu wünschen übrig ließen. Im Jahr 1936 wurde der Ankauf einer neuen Motorspritze mit Anhänger geplant (damaliger Preis 3580 Reichsmark). Dieses Vorhaben musste dann doch wieder verschoben werden. Nach der Inventurliste von 1938 umfasste der Gerätepark der Saulgruber Feuerwehr: 1 Drucksaugspritze (von 1873), 2 Schlauchwagen, 1 fahrbare Schubleiter, 385 Meter Schläuche, 55 Uniformen, Helme usw. Am 20.November.1939 wurde das Mülleranwesen ein Raub der Flammen.

Neuaufstellung der Wehr

Mit Beginn des 2.Weltkrieges und während seiner 6-jährigen Dauer wurden immer mehr Feuerwehrmänner zum Kriegseinsatz einberufen. Um die Personalstärke der Saulgruber Wehr zu gewährleisten wurden auch weibliche Einwohner zum Feuerwehrdienst herangezogen. Personalstand am 5.Februar.1944: 30 Männer und 36 Frauen. Nach Kriegsende, 18 Wehrmänner sind gefallen, wurde im Juni 1945 die Freiwillige Feuerwehr Saulgrub (wie alle Wehren) in Ihrer bestehenden Form durch die US-Militärregierung aufgelöst.

Am 27.September.1945 wurde die Saulgruber Feuerwehr neu aufgestellt und Hans Neuner zum Kommandant gewählt. Im November desselben Jahres wurde unsere Wehr mit einer fast neuen Magirus-Motorspritze und einem Anhänger (aus Wehrmachtsbeständen) ausgerüstet. Dieser Neubeginn war nicht einfach, die finanziellen Mittel waren sehr bescheiden. Ein Vereinsleben mit Fahne und Uniform war durch die Besatzungsmacht verboten worden. Mit Wiedergründung des Freistaates Bayern im Dezember 1946 standen die Feuerwehren wieder auf festem Boden. Als am 7.August.1946 das Sägewerk in Unterammergau brannte, leistete die Saulgruber Feuerwehr mit Ihrer Motorspritze Löschhilfe. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet von Übungen und Anschaffungen im Rahmen der Möglichkeiten. Durch Veranstaltungen und Spenden wurde der Ankauf einer neuen Vereinsfahne ermöglicht und im Rahmen des 70jährigen Gründungsfestes 1956 eingeweiht. Der künstlerische Entwurf für unsere Fahne stammte vom damaligen 2.Kommandanten Fritz Marsch. Auf Anraten der Feuerwehr genehmigte die Gemeinde Saulgrub den Kauf einer neuen Motorspritze. Die fabrikneue Tragkraftspritze vom Typ Ziegler TS 8/8 wurde am 12.Juni.1958 zum Preis von 3741 DM an die Saulgruber Wehr übergeben. Anfang der 60er Jahre plant man die Anschaffung eines gebrauchten Löschfahrzeuges. Aufgrund der vielen Geldspenden der Saulgruber Bürger und Geschäftsleute war es möglich ein neues Fahrzeug zu erwerben. Gemeinde, Staat Bayern und Brandversicherung mussten nur noch ca. 50% des Kaufpreises (rund 11.000 DM) hinzulegen. Im Oktober 1964 konnte das neue Tragkraft-spritzenfahrzeug vom Typ Ford Fk 1250 bei der Firma Ziegler abgeholt werden. In den folgenden Jahren legten einige Gruppen der Saulgruber Wehr die Prüfungen für die neu geschaffenen Leistungsabzeichen ab. Der Ausbildungsstand der Wehrmänner wurde durch Übungen und Einsätze laufend verbessert.

Gerätehaus

Durch den Kauf von neuer Ausrüstung war das seit 1874 bestehende Gerätehaus zu klein geworden und man schmiedete Pläne für einen Neubau. Im August 1975 war es dann soweit, das alte Gerätehaus wurde abgerissen und mit dem Bau des Neuen begonnen. Im Rahmen des 90jährigen Gründungsfestes der FFW Saulgrub im Mai 1976 wurde das neue Feuerwehrhaus feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Besonders hervorzu-heben sind die über 2300 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden der Wehrmänner sowie die zahlreichen Materialspenden der Saulgruber Bürger. Dank gebührt besonders den
damaligen Kommandanten Josef Berktold und Jakob Greinwald, die viele Hürden überwinden mussten, bis der Neubau vollendet war.

Löschfahrzeug

In den folgenden Jahren wurde die Saulgruber Wehr zu mehreren Einsätzen gerufen, auch in die Nachbarorte. Durch Übungen und Leistungsprüfungen wurden besonders die jungen Feuerwehrmänner gefordert. Im Hinblick auf das nunmehr 17 Jahre alte Löschfahrzeug fasste man 1981 den Gedanken eines neuen Fahrzeuges ins Auge. Wiederum durch viele Spenden im Rahmen einer Veranstaltung zeigten die Saulgruber Bürger Ihre Verbundenheit mit Ihrer Feuerwehr. Fast 12.000 DM sammelten sich als Grundstock für ein neues Fahrzeug zusammen. Ergänzt durch Zuschüsse von Staat und Brandversicherung, sowie der Gemeindefinanzen konnte das neue Fahrzeug (Kaufpreis ca. 74.000 DM) finanziert werden. Im Mai 1983 konnte das neue TSF Typ Daimler Benz 310 von der Firma Ziegler abgeholt werden. Bei einem Dorffest im Juni wurde das Fahrzeug von Pfarrer Monsignore Mangold gesegnet. Der Wandel der Zeit machte auch vor der Saulgruber Feuerwehr keinen Halt. Neue Ausrüstung (z.B. schwerer Atemschutz) wurde beschafft, intensive Ausbildung wurde erforderlich. Dies alles stellte die Wehrmänner vor neue Aufgaben. Seit September 1994 steht ein neues LF 8/6 in unserem Gerätehaus. Durch Veranstaltungen und Spenden wurden ca. 25.000 DM Eigenanteil zum Kaufpreis von ca. 280.000 DM beigesteuert. Das neue Fahrzeug wurde durch Pfarrer Meulemann feierlich eingeweiht.

Kommandanten

1996 konnte die Saulgruber Feuerwehr Ihr 110-jähriges Gründungsfest feiern. Im gleichen Jahr verstarb viel zu jung Gerhardt Schüttenkopf, Schriftführer der Wehr. 1997 kam es zum Kommandantenwechsel, Ludwig Schmid folgte Michael Mangold jun., der 17 Jahre im Amt gewesen ist.

Die Kommandanten und Vorstände der FFW-Saulgrub ab 1945:

1945 – 1965 Hans Neuner (Ehrenkommandant † )
1965 – 1980 Josef Berktold (Ehrenmitglied)
1980 – 1997 Michael Mangold jun.
Seit 1997 Ludwig Schmid

Aus organisatorischen Gründen wurden 2009 die Ämter getrennt und Kaspar Bichler zum 1.Vorstand gewählt.

In den nächsten Jahren bekam das Feuerwehrgerätehaus im Rahmen einer Renovierung neue Einfahrtstore. Es wurden auch fünf neue Meldeempfänger und ein Bienenschutzanzug angeschafft. Des weiteren bekam die FFW Saulgrub 13 neue Schutzanzüge. 2001 wurde die Funkfrequenz umgestellt. Im Jahr 2002 verstarb Ehrenkommandant Hans Neuner.

Spritzenwettbewerb

Am 13.September.2003 nahmen Saulgruber Feuerwehrkameraden am Spritzenwettbewerb mit der alten Spritze in Schöffau teil.
2007 fand im Rahmen der Brandschutzwoche eine Großübung in der Acheleschwaig zusammen mit den Nachbarwehren mit ca. 100 Mann statt.

Ernennung zum Ehrenmitglied

Am 13.September.2003 nahmen Saulgruber Feuerwehrkameraden am Spritzenwettbewerb mit der alten Spritze in Schöffau teil.
2007 fand im Rahmen der Brandschutzwoche eine Großübung in der Acheleschwaig zusammen mit den Nachbarwehren mit ca. 100 Mann statt.

Neubau Feuerwehrhaus

In der darauffolgenden Jahreshauptversammlung fand eine rege Diskussion um den Neubau des geplanten Feuerwehrgerätehauses statt. In zwischen steht der bereits zum großteil ausgebaute Rohbau.

Einsätze der Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Saulgrub beteiligte sich mit Ihren Wehrmännern an vielen Einsätzen (z.B. Hochwasser Katastrophe 1999 oder Brand in der Strudel-Alm 2011 in Bad Kohlgrub) und Hilfeleistungen rund um Ihren Aufgabenbereich.

Zur Zeit verfügt die Freiwillige Feuerwehr Saulgrub über:

42 Aktive und 115 Passive Mitglieder, 1 LF 8/6 und 1 TSF

Im Jahr 2010 rückte die Wehr insgesamt zu 2 Bränden aus und leistete 14 mal Technische Hilfe.

 

Aus der Historik der “Feuerwehr Saulgrub“
Große Brände laut Protokollbuch

 

  • 1776: Durch einen großen Brand wurden die Anwesen des “Stieflerschusters“ (Nr.22), des “Schimmelbauern“ (Nr.23) und des “Kastenmann´s“ (Nr.36) zerstört.
  • 1930: Am 12.August. brannten 3 Anwesen (Weberla, Musi, Harrer)nieder.
  • 1939: Brand in der Saulgruber Mühle
  • 1946: Am 07.08. beteiligten sich 12 Mann bei den Löscharbeiten im Sägewerk Unterammergau.
  • 1947 Beim Waldbrand auf der Arnspitze in Mittenwald im Oktober wurden im Zeitraum von 4 Wochen täglich 4 Mann eingesetzt.
  • 1949: Zu dem Brand des Lindenschlössl’s in Bad Kohlgrub rückte die Wehr am 27.02. mit 21 Mann aus.
    • Beim Bergwaldbrand (Arch-Tal-Wand) bei Eschenlohe, am
    • 19. und 20.04. beteiligten sich 15 Mann bei den Löscharbeiten
    • Zu dem Wohnhausbrand, Bauer Matthias, rückte die gesamte Wehr am 12.September aus
  • 1953: Zu dem Heustockbrand bei Peter Niklas in Altenau rückte die Wehr mit 10 Mann aus.
  • 1954: Zu dem Großbrand „Huber Wurmansau“ am 10.September rückte die Wehr mit 35 Mann aus. 
    • Die Löschwasserspritze wurde durch den Postbus zum Brandort gebracht (Es brannte am Abend).
  • 1992: Werkstattbrand beim Autohaus Georg Hager in Saulgrub
  • 1999: Hochwasserkatastrophe in Eschenlohe
  • 2005: Hochwasserkatastrophe in Eschenlohe