Starkregenrisikomanagement in unserer 
Gemeinde – Ergebnisse, Hintergründe und 
wichtige Hinweise

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass extreme Wetterereignisse keine Ausnahme mehr sind. Auch unsere Gemeinde war im Mai 2022 von einem solchen Ereignis betroffen, weshalb dringende Maßnahmen erforderlich sind. Um besser vorbereitet zu sein und Risiken frühzeitig zu erkennen, hat die Gemeinde Saulgrub ein umfassendes Starkregenrisikomanagementkonzept erstellen lassen. Dieses Konzept liefert ein detailliertes Bild darüber, wo im Gemeindegebiet Gefahren bestehen, wie das Risiko einzuschätzen ist und welche Maßnahmen sinnvoll sind, um Schäden zu reduzieren.

 

Warum ein Starkregenrisikomanagement?

Starkregen unterscheidet sich von klassischen Hochwasserereignissen: Er kann überall auftreten – unabhängig von Flüssen oder Bächen. Innerhalb weniger Minuten können große Wassermengen zusammenkommen, die über Straßen, Hänge und Grundstücke abfließen und Keller, Tiefgaragen oder Erdgeschosse überfluten. Das Starkregenrisikomanagement hilft dabei, diese Gefahren sichtbar zu machen und sowohl der Gemeinde als auch den Bürgerinnen und Bürgern eine fundierte Grundlage für Vorsorge und Schutzmaßnahmen zu geben.

Neben Starkregen ist auch Hochwasser in der Gemeinde Saulgrub, insbesondere am Kraggenaubach, ein wichtiges Thema. Von Hochwasser wird gesprochen, wenn ein Gewässer über seine Ufer tritt. 

 

Was wurde untersucht?

Mithilfe hydrologischer und hydraulischer Modellierungen wurde untersucht, wie sich Starkregen unterschiedlicher Intensität im Gemeindegebiet verhält. Die Simulationen, durchgeführt durch die Ingenieurbüro Kokai GmbH, zeigen, wo Wasser bevorzugt abfließt, sich sammelt oder zu gefährlichen Strömungen führen kann. Dabei wurden sowohl natürliche Geländestrukturen als auch bauliche Gegebenheiten berücksichtigt.

Die Ergebnisse dieser Analysen wurden in einer interaktiven Karte aufbereitet, die ein Ereignis zeigen, dass statistisch gesehen einmal in 100 Jahren auftritt (T100):

Starkregenkarte Saulgrub

 

Was bedeuten die Ergebnisse für die Bürgerinnen und Bürger?

Starkregen kann jeden treffen. Besonders gefährdet sind Grundstücke in Senken oder Hanglagen, Gebäude mit tief liegenden Eingängen oder Kellern sowie Bereiche, in denen Wasser nicht ausreichend versickern kann. Die veröffentlichte Karte hilft dabei, die eigene Situation realistisch einzuschätzen und gezielt Vorsorge zu treffen.

Viele Schäden lassen sich bereits mit einfachen Maßnahmen vermeiden oder zumindest deutlich reduzieren. Wichtig ist, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. 

Zudem integriert die Gemeinde Saulgrub die gewonnenen Erkenntnisse in kommunale Planungen, darunter Sanierungsprojekte und städtebauliche Maßnahmen. Insbesondere bei Bebauungsplänen können die Erkenntnisse helfen, mögliche Risiken erheblich zu reduzieren, da bereits vor dem Bau Fließwege beachtet werden.

Wie kann ich mich schützen? – Praktische Hinweise für Vorsorge und Verhalten

Vor dem Starkregen

Eine gute Vorbereitung ist der wichtigste Schutz. Dazu gehören:

  • Gebäude abdichten: Rückstauklappen prüfen, Lichtschächte erhöhen, Kellerfenster abdichten.
  • Wertgegenstände sichern: Empfindliche Gegenstände nicht im Keller lagern oder erhöht aufstellen.
  • Außenbereiche vorbereiten: Gartenmöbel, Mülltonnen oder andere bewegliche Gegenstände sichern, damit sie nicht weggeschwemmt werden.
  • Entwässerungssysteme pflegen: Dachrinnen, Abläufe und Gullys regelmäßig reinigen.
  • Versicherungsschutz prüfen: Eine Elementarschadenversicherung kann im Ernstfall entscheidend sein.

 

Während eines Starkregens

Wenn es zu einem Starkregenereignis kommt, steht die Sicherheit an erster Stelle:

  • Keller und Tiefgaragen nicht betreten, wenn Wasser eindringt.
  • Überflutete Straßen meiden: Schon wenige Zentimeter Wasser können Fahrzeuge unkontrollierbar machen.
  • Elektrische Geräte nicht berühren, wenn Wasser im Gebäude steht.
  • Nachbarn unterstützen, insbesondere ältere oder eingeschränkte Personen.

 

Nach dem Ereignis

Auch nach dem Starkregen ist Vorsicht geboten:

  • Schäden dokumentieren (Fotos, Videos).
  • Elektrik prüfen lassen, bevor Geräte wieder genutzt werden.
  • Verunreinigtes Wasser meiden, da es Schadstoffe enthalten kann.
  • Hinweise der Gemeinde beachten, etwa zu Sperrungen oder Entsorgung.

 

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Das Starkregenrisikomanagement ist ein wichtiger Schritt, um unsere Gemeinde widerstandsfähiger zu machen. Doch wirksamer Schutz gelingt nur gemeinsam. Die Gemeinde wird auf Basis der Ergebnisse weitere Maßnahmen prüfen und umsetzen. Gleichzeitig sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich mit den Informationen vertraut zu machen und aktiv zur eigenen Sicherheit beizutragen.

 

Weitere Information finden sie hier:

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

Hochwasser-Eigenvorsorge: Fit für den Ernstfall

Wann trifft uns das Wasser? – Broschüren-Serie

Leitfaden Starkregen: Objektschutz und bauliche Vorsorge: Bürgerbroschüre

 

Aktuelle Meldungen zu Hochwasser und Wetterwarnungen:

Hochwasser Bayern

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